FCSI Deutschland-Österreich
Diskussionen und Inspirationen
Beim FCSI Deutschland-Österreich stehen drei Leitsätze immer im Fokus: Nach dem Motto „We share – we support – we inspire“ geht es um Kommunikation, Kooperation und Kollaboration von Experten zur Weiterentwicklung der Hospitality-Branche. Das galt für den internationalen Planer- und Beraterverband auch in Wien: 120 Professionelle Mitglieder und Förderpartner aus Deutschland, Österreich und Südtirol kamen zusammen, um in der Donau-Metropole mit ihrer kulinarischen Vielfalt Inspirationen zu finden, Wissen zu teilen und Potenziale für die gegenseitige Unterstützung auszuloten.
Das Thema „Pfiff und Bröselfetzen“ verwies dabei auf den ganz besonderen Mix aus Tradition und Zukunft, der nicht nur die Inhalte beim „Innovation Circle“ prägte, sondern auch das abwechslungsreiche Rahmenprogramm. Dabei stand das wienerische „Pfiff und Bröselfetzen“ – also ein kleines Bier und Schnitzel – als passendes Einstiegsmotto in die dortige Gastro-Szene. Doch die Veranstaltung beschränkte sich nicht auf die beiden Klassiker, so dass die gleichnamige Veranstaltung des FCSI weit mehr war als nur eine Jahreshauptversammlung mit anschließendem Netzwerktreffen.
Generationen-Tandems
Ende September trafen sich die Mitglieder zunächst zur Jahreshauptversammlung, um über die aktuellen Entwicklungen im FCSI Deutschland-Österreich zu informieren und unter anderem Ludwig Spiegel, Gesamtleiter Vertrieb Deutschland bei MKN, zum neuen Beirat und Ansprechpartner für die Belange der Fördermitglieder zu wählen.
Anschließend wurde im Rahmen eines Workshops das interne Projekt „Skill Bridge“ fortgeführt. Dabei kooperieren erfahrene Mitglieder mit jungen Nachwuchskräften als „Tandems“, um ihre jeweiligen Perspektiven und ihr individuelles Know-how für mehr Qualität in der Beratung zu synchronisieren. Insgesamt „überbrücken“ inzwischen 14 dieser Paare die Generationenunterschiede im Verband und bringen „altes“ und „neues“ Wissen kollaborativ in Einklang.
Tradition und Transformation
Der Innovation Circle ist ein noch junges Konferenz-Format, mit dem der Beraterverband seit einiger Zeit regelmäßig Top-Themen im Gastgewerbe mit internen und externen Experten diskutiert. In Wien stellten Experten den Spannungsbogen zwischen Transformation und Tradition von Wirtschaft und Gesellschaft in den Mittelpunkt.
So machte Trend- und Zukunftsforscherin Lena Papasabbas von „The Future Project“ den Zuhörern Mut: Sie plädierte angesichts der Zeitenwende hin zur sogenannten Meta-Moderne für „radikale Zuversicht“ und hob hervor: „Noch haben wir keine Konzepte für das, was da auf uns zukommt. Doch die Geschichte zeigt: Die Menschen finden immer Wege, mit Neuem positiv umzugehen. Auf eine Krise folgt in der Regel ein Aufschwung.“
Mut, Ehrlichkeit und ethischer Anspruch
Wie er für sich und sein Heimatdorf in Südtirol auf ganz eigene Weise eine Zukunft schuf und dabei auch schwierige Situationen meisterte, erläuterte der studierte Historiker und Self-made-Spitzenkoch Thomas Ortler, der in dem 1.000-Einwohner-Ort Glurns drei Restaurants und ein kleines Hotel betreibt. Sein Credo: Gastronomie braucht Mut, Ehrlichkeit und ethischen Anspruch. Dabei liegt für ihn in den Rezepten der Vergangenheit großes Potenzial für die Zukunft: „Regionalität und Tradition bieten so viel Aufregendes: Let’s make Kuttlsuppe great again.“
Zwei, die sich mit Trends und Entwicklungen im Außer-Haus-Markt bestens auskennen, sind FCSI-Beirat Pierre Nierhaus und Hans Figlmüller, der zusammen mit seinem Bruder Thomas in Wien ein knappes Dutzend gastronomischer Betriebe führt – darunter das berühmte Wirtshaus „Figlmüller“, das seit 1905 als Heimat des Schnitzels gilt. Der Gastro-Profi berichtete von den Herausforderungen der vergangenen Jahre, die auch von Traditionsunternehmen neues Denken und neue Konzepte erforderten. Er sprach beispielsweise über die Aufgabe, sowohl die Wünsche und Bedürfnisse von Touristen als auch die der Einheimischen zu erfüllen, um ein guter Gastgeber für alle zu sein.
Wiener Schmankerl
Das funktioniert bei Figlmüller zum Beispiel mit dem attraktiv in das Wiener Stadtbild eingefügten Burger-Kiosk „Brioche und Brösel“ nahe dem Stephansdom, bei dem statt Rinder-Pattys Schnitzel, Tafelspitz und „Händl“ zwischen die Brötchenhälften kommen. Die FCSI-Mitglieder konnten sich beim Gastro-Trend-Rundgang am Nachmittag vom Geschmack dann selbst überzeugen. Dabei bot der Rundgang nicht nur viele Hintergrundinformationen zur Wiener Stadtgeschichte, sondern auch das eine oder andere lokale Schmankerl. Ein Highlight war dabei der Besuch einer „Tartarie“, die unterschiedliche Fleischqualitäten und Rezepturen für Tartar auf Brioche anbot – gereicht wurde dazu ein Glas Champagner.
Für alle, die einen weiteren Blick hinter die Kulissen gastronomischer Großprojekte werfen wollten, boten die FCSI-Partner Meiko und Lohberger am dritten Veranstaltungstag exklusive Touren durch das Wiener Universitätsklinikum AKH und das fast fertige Hotel Mandarin Oriental an. Diese eröffneten den Teilnehmern nochmals vielfältige Informationen und Inspiration für die zukünftige planerische oder beratende Arbeit.
Gastronomische Unterhaltung
Insgesamt ging es bei der FCSI-Veranstaltung aber nicht nur um Wissensvermittlung auf fachlicher Ebene. Beim Netzwerken am ersten Veranstaltungsabend ging es auch um „Wiener Wissen“ in „Charlie P.’s Irish Pub“. Bei diesem Event wurden den Tischgruppen ganz nach irischer Tradition 15 Quizfragen rund um Wien und die Gastronomie gestellt – mit hohem Unterhaltungswert. Am zweiten Tagungstag gab es abends noch die große Abschlussparty im „Dachboden“, der Rooftop-Bar im 25-Hours-Hotel, unter anderem mit der Ehrung langjähriger Mitglieder, leckerem Büffet, elektronischer Geigen-Techno-Musik mit beleuchteten Tänzern und Dance-Music vom DJ.
Die nächste FCSI-Convention findet im Herbst 2026 in Hamburg statt.