Sodexo Deutschland

Essverhalten zwischen Geschmack und Preisdruck
„Der Geschmack ist entscheidend“ – so lautet nach Analyse von Sodexo Deutschland und Yougov für 63 Prozent der Befragten der wichtigste Faktor bei der Essenswahl. Gesundheit folgt mit 45 Prozent, bleibt aber klar nachgeordnet. Der Preis spielt für 42 Prozent eine ähnlich wichtige Rolle und hat insbesondere in einkommensschwächeren Haushalten eine hohe Bedeutung. Der Faktor Nachhaltigkeit liegt im Vergleich deutlich zurück und beeinflusst die Essenswahl insgesamt nur bei rund jedem Zehnten spürbar.
Jüngere machen Mittagessen zum Anker des Arbeitstages
Am Arbeitsplatz zeigt sich: Verpflegung hat für Beschäftigte eine sehr unterschiedliche Bedeutung. 41 Prozent der Befragten geben an, dass ihnen das Mittagessen im Arbeitsalltag wichtig ist, während 32 Prozent ihm weniger Bedeutung beimessen. Besonders ausgeprägt ist die Wichtigkeit bei jüngeren Erwerbstätigen: Mehr als die Hälfte (52 % bei den 18- bis 34-Jährigen) begreift das Mittagessen als wichtigen Tagesanker. Vor allem die junge Generation legt somit einen großen Wert auf das Verpflegungsangebot im Job. Auch zeigt sich: Mit steigendem Bildungsabschluss nimmt die Bedeutung des Mittagessens im Arbeitsalltag zu.
Beim Preis sinkt die Schmerzgrenze leicht
Gleichzeitig spielt das individuelle Budget eine immer größere Rolle. 31 Prozent der Befragten sagen, sie nutzen die Essensangebote am Arbeitsplatz nicht aufgrund des Preises. Die Schmerzgrenze für ein Mittagessen im Betriebsrestaurant liegt bei 6,99 Euro. Danach fallen die Akzeptanzwerte stark. Damit sind die Befragten etwas preissensitiver geworden: Akzeptierten im Jahr 2024 noch 80 Prozent der Befragten einen Preis von maximal 6,99 Euro, sind es diesmal nur 78 Prozent.
„Die Ergebnisse zeigen deutlich, dass sich Ernährung im Alltag sowie im Job in einem Spannungsfeld bewegt: Menschen wollen gleichzeitig genießen, sich bewusst ernähren und dabei faire Preise bezahlen“, sagt Christian Niemeyer, Head of Food bei Sodexo Deutschland. Diese Erwartungen ließen sich nicht isoliert bedienen, und genau darin liege die Herausforderung für Foodservice-Anbieter, wie Niemeyer hinzufügt: „Wer heute erfolgreich sein will, muss diese Faktoren zusammenbringen – nicht nacheinander, sondern in einem Angebot. Denn Verpflegung im Arbeitsumfeld ist längst ein Teil der Employee Experience und damit ein wichtiger Faktor für Zufriedenheit, Leistungsfähigkeit und Bindung.“
Vier typische Profile
Die Befragung zeigt, dass es nicht das eine „typische“ Essverhalten gibt. Vielmehr seien die Erwartungen, Routinen und Entscheidungslogiken so unterschiedlich wie die Menschen selbst, lautet ein wesentliches Ergebnis der Studie. Um diese Vielfalt besser greifbar zu machen, hat Sodexo Deutschland auf Basis der Ergebnisse vier typische Profile identifiziert. Die Profile basieren nicht auf einer statistischen Segmentierung, sondern auf einer qualitativen Verdichtung des Antwortverhaltens. Sie sind damit als interpretative Profile zu verstehen, ohne den Anspruch zu erheben, trennscharfe oder vollständig homogene Gruppen abzubilden.
Urbaner Genussmaximierer
Der „urbane Genussmaximierer“ ist überdurchschnittlich jung, meist unter 40 Jahre alt, häufiger männlich, lebt oft allein und eher in urbanen Räumen. Für ihn ist Essen eng mit Genuss, Belohnung und Emotion verbunden. Wenn er sich etwas gönnt, greift er gezielt zu „ungesunden“ Komfortgerichten wie Pizza, Snacks oder Süßem. Gesundheit spielt zwar eine Rolle, steht aber selten im Vordergrund seiner Entscheidungen. Gleichzeitig nutzt er Essen auch als mentalen Ausgleich im Arbeitsalltag.
Preisgetriebene Pragmatikerin
Die „preisgetriebene Pragmatikerin“ hingegen trifft ihre Entscheidungen vor allem entlang von Budget und Alltagstauglichkeit. Sie verfügt über ein eher niedriges Einkommen, befindet sich häufig im mittleren Alter zwischen 30 und 55 Jahren und lebt tendenziell eher ländlich. Für sie ist der Preis der dominierende Entscheidungsfaktor beim Essen. Entsprechend nutzt sie Essensagebote am Arbeitsplatz seltener, wenn sie diese als zu teuer wahrnimmt. Bei Zeitmangel greift sie häufig zu schnellen und einfachen Lösungen.
Gesundheitsorientierte Selbstoptimiererin
Die „gesundheitsorientierte Selbstoptimiererin“ legt großen Wert auf bewusste Ernährung. Sie verfügt über einen höheren Bildungsabschluss, lebt eher in urbanen Räumen und hat ein mittleres bis höheres Einkommen. Besonders wichtig sind natürliche Zutaten sowie Transparenz bei Lebensmitteln und die aktive den Konsumreduzierung von Fleisch und verarbeiteten Produkten. Entsprechend ist die Aufnahme von Gemüse und Obst überdurchschnittlich hoch. Essen versteht sie im Arbeitskontext klar funktional: als Beitrag zu Energie, Leistungsfähigkeit und Self Care.
Routinierter Gewohnheitsesser
Der „routinierte Gewohnheitsesser“ schließlich setzt auf Verlässlichkeit und Kontinuität. Er ist häufig älter als 50 Jahre, öfter männlich, lebt in festen Haushaltsstrukturen und ist eher in ländlichen Regionen zu finden. Für ihn hat das Mittagessen nur eine geringe Bedeutung als Erlebnis, vielmehr ist sein Essverhalten stark routiniert und von Gewohnheiten geprägt. Er probiert selten neue Gerichte bei der Arbeit und greift stattdessen bevorzugt auf Bekanntes zurück. Pflanzliche Alternativen steht er eher skeptisch gegenüber. Trends oder Empfehlungen spielen für ihn kaum eine Rolle, entsprechend bleiben seine Essgewohnheiten stabil und verändern sich nur wenig.
Über die Befragung
Yougov Deutschland hat im Auftrag von Sodexo Services das Essverhalten in Deutschland untersucht. Befragt wurden Ende April 2026 insgesamt 1.009 Arbeitnehmer in einer Online-Befragung im Yougov Panel Deutschland.





